Feeds:
Artikel
Kommentare

Ablauf im Schlaflabor

Um Ihre Schlafstörung richtig diagnostizieren zu können, müssen wir uns auf mehreren Wegen an Ihre mögliche Erkrankung „herantasten“. Üblicherweise läuft die Untersuchung in zwei oder drei Stufen ab.

Zunächst wird einer unserer Ärzte mit Ihnen ein ausführliches Erstgespräch führen. Dies kann erst einmal auch mit einer ambulanten Untersuchung in unserer Schlafambulanz erfolgen. Dabei wird er Sie nach der Häufigkeit, dem Zeitpunkt und der Form Ihrer Schlafstörung befragen. Wichtig ist für Ihn auch, ob Ihr Partner vielleicht Auffälligkeiten beobachtet hat, während Sie schliefen. Wenn er alle wichtigen Fragen geklärt hat, wird er sie bitten, zusätzlich einen strukturierten Fragebogen auszufüllen. Je präziser Ihre Antworten sind, desto schneller können wir Krankheitsbilder ausschliessen, die bei Ihnen nicht in Frage kommen. Wenn Sie unter Ein- oder Durchschlafstörungen, unter nächtlichen Ängsten und Alpträumen oder unter Depressionen leiden, werden Sie auch mit einem unserer Psychologen in der Abteilung Klinische Psychologie ein eingehendes Gespräch führen. Ausserdem werden wir die üblichen Routineuntersuchungen durchführen, die Sie sonst von Ihrem Hausarzt kennen.

Im nächsten Schritt werden wir dann versuchen, mittels spezieller Geräte Ihre Schlafstörung abzuklären. Dies kann auch in sogenannter teilstationärer Form erst eine alleinige nächtliche Registrierung sein, die dann darüber entscheidet, ob weitere Untersuchungen und besonders auch welche Behandlungsmassnahmen notwendig sind.

Während Ihres stationären Aufenthaltes im Schlaflabor wird dann meist bereits nach der ersten Nacht die endgültige Diagnose gestellt. In den folgenden Nächten wird daraufhin bereits die Anwendung der verordneten Therapie überwacht.

Schlaflabor Karl-Hansen-Klinik: Hier klicken!

Insomnie wird Ihr Arzt vielleicht nach dem ersten längeren Gespräch mit Ihnen unter der Rubrik „Beschwerden“ auf dem Krankenblatt notieren. Der Mediziner benutzt diesen Begriff, um Ein- und Durchschlafschwierigkeiten zu bezeichnen. Somnus kommt aus dem Lateinischen und heisst Schlaf. Insomnie beschreibt die Unfähigkeit zu schlafen.

Insomnie gilt als ernstzunehmende Krankheit mit erheblichen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit. Anhaltende Schlafstörungen, das haben inzwischen verschiedene Studien belegt, erhöhen die Sterblichkeit der Betroffenen. Ein Grund: fast jeder zweite Patient mit erhöhter Tagesmüdigkeit ist irgendwann einmal in einen Autounfall verwickelt – mancher davon endet tödlich. Von weitaus grösserer Tragweite sind jedoch die Folgeerkrankungen, die sich aus einer unbehandelten Insomnie ergeben können. Patienten mit Schlafapnoe-Syndrom, einer nächtlichen Atmungsstörung, sterben zum Beispiel früher an Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Schlaganfall.

Narkolepsie

In Deutschland leiden ungefähr 5 von 10.000 Menschen an Narkolepsie. Diese verhältnismässig seltene Krankheit äussert sich durch plötzliche unvermittelte Schlafattacken am Tage, die geradezu zwanghaft auftreten. Sie dauern meistens zwischen 10 und 20 Minuten. Die Patienten sind leicht aus diesem plötzlichen Schlaf aufzuwecken und fühlen sich danach zunächst frisch und ausgeschlafen.

Bei intensiven Gefühlsregungen wie z. B. Freude, Ärger oder Lachen kann ihre Körpermuskulatur plötzlich erschlaffen und die Betroffenen können stürzen oder müssen in die Knie gehen, ohne dass dabei das Bewusstsein verlorengeht. Diesen Vorgang nennt man Kataplexie. Bei manchen Patienten treten beim Einschlafen oder Aufwachen Halluzinationen und automatische Verhaltensweisen auf. Ihr Nachtschlaf ist auseinandergerissen, d. h., sie schlafen nicht mehr 6 bis 8 Stunden an einem Stück.

Die Ursache der Narkolepsie ist bis heute ungeklärt, ein angeborener, vererbter Faktor ist sehr wahrscheinlich. Der Beginn der Erkrankung liegt am häufigsten in der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter. Da das erste Auftreten der Erkrankung eher unauffällig ist in Form von Schlafanfällen in Situationen, in denen auch ein Gesunder leicht einschläft, wird die Erkrankung meist erst sehr spät erkannt. Im Mittel dauert es ca. 6,5 Jahre bis zur endgültigen Diagnosestellung. Die Behandlung orientiert sich an den im Vordergrund stehenden Symptomen. Grosse Bedeutung haben verhaltensmedizinische Beratungen. Einschlafattacken und Dauerschläfrigkeit können medikamentös behandelt werden, für die Spannungsverluste der Körpermuskulatur stehen dagegen andere Medikamente zur Verfügung.

Die DGSM befasst sich als wissenschaftliche Gesellschaft mit der Erforschung des Schlafes und seiner Störungen sowie mit der klinischen Diagnostik und Therapie von Schlaf-Wach-Störungen. Schlaf-Wach-Störungen können psychischer oder organischer Ursache sein. Sie gliedern sich in Dyssomnien, Parasomnien und Schlafstörungen bei organischen und psychiatrischen Erkrankungen.

Den interdisziplinären Charakter der DGSM spiegeln die beruflichen Profile der Mitglieder wider, zu denen Ärzte der Pneumologie, Inneren Medizin, Neurologie, Psychiatrie, HNO-Heilkunde, Pädiatrie sowie Physiologen, Psychologen, Biologen und weitere Naturwissenschaftler zählen.

Zur Internetseite der DGSM: Hier klicken!

Betroffene dieser Schlafstörung sind der festen Überzeugung, zu wenig oder zu schlecht zu schlafen, obwohl die Untersuchung im Schlaflabor deutlich belegt, dass gut und ausreichend geschlafen wird. Die Qualität des eigenen Schlafes wird falsch wahrgenommen. Gerade Phasen leichten Schlafs nehmen wir manchmal gar nicht als Schlaf wahr. Wir machen uns dann unter Umständen unnötige Sorgen um den Schlaf. Die Untersuchung im Schlaflabor kann ein erster Schritt sein, die festgefahrenen Einstellungen zum eigenen Schlaf zu überprüfen.

Ursache sind meist einschneidende Veränderungen im Leben des Betroffenen, z. B. Sorgen um den Arbeitsplatz, Partnerprobleme, bevorstehende Prüfungen oder der Tod einer nahestehenden Person. Auch freudige Ereignisse können dazu führen, dass wir nicht einschlafen können oder ungewohnt früh aufwachen. Die Betroffenen wissen meistens sehr genau, was sie „um den Schlaf bringt“. Manchmal klingt diese Schlafstörung mit zunehmender Gewöhnung an die neuen Lebensumstände von selbst ab, manchmal bleibt sie aber auch darüber hinaus bestehen und sollte dann behandelt werden.

Diese Schlafstörung ist häufig das Ergebnis einer Fehlprogrammierung des Schlafs durch ungünstige Schlafgewohnheiten. Unregelmässigkeiten im Schlafengehen gehören dazu ebenso wie ein zu langes im Bett liegen, Aktivitäten im Bett, die sich nicht mit gutem Schlafen vertragen (z. B. Probleme besprechen, Grübeln, langes Lesen, Fernsehen) oder auch zu starke Erwartungen an das eigene Schlafen, mit denen Sie sich selbst unter Druck setzen und so den Schlaf ungewollt gerade verhindern.

Das Schlafapnoe-Syndrom

Das Schlafapnoe-Syndrom gehört in unserem Schlaflabor zu den am häufigsten diagnostizierten Schlafstörungen. Trotzdem halten es viele immer noch für eine exotische, seltene Erkrankung. Lange Zeit wurde die Bedeutung der Schlafapnoe auch von den Medizinern unterschätzt, noch heute wissen viele Hausärzte zu wenig über ihre Symptome und Auswirkungen. Dabei steht inzwischen fest, Schlafapnoe-Syndrome sind fast so weit verbreitet wie die Volkskrankheit Diabetes. Ungefähr 2% – 4% der Deutschen sollen daran leiden.

Es ist besonders wichtig, ein Schlafapnoe-Syndrom möglichst früh zu erkennen, da diese körperliche Fehlfunktion schwerwiegende Krankheiten nach sich ziehen kann. Schlafapnoiker, deren Krankheit nicht behandelt wird, sterben früher an Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Schlaganfall. Betroffen sind vor allen Dingen übergewichtige, laut schnarchende Männer zwischen 40 und 60 Jahren. Nach den Wechseljahren trifft die Erkrankung auch Frauen in fast gleichem Ausmass.

Die Schlafapnoe ist eine spezielle Art der Atmungsstörung, die nur im Schlaf auftritt. Man unterscheidet drei verschiedene Formen der Erkrankung: die obstruktive, die zentrale und die gemischte Apnoe.

Bei Betroffenen kommt es während des Schlafes immer wieder zu langdauernden Atemstillständen, sogenannten Apnoen, über wenigstens 10 Sekunden, häufig jedoch über 1 bis 2 Minuten! Die Ursache: im Schlaf, wenn sich ihre Muskulatur entspannt, rutschen Unterkiefer und Zungengrund in der Rückenlage so weit nach hinten, dass sie die oberen Atemwege der Betroffenen oberhalb des Kehlkopfes teilweise oder ganz verschliessen. Diese Verengung wird auch Obstruktion genannt. Der Patient kann nicht mehr ungehindert atmen, er schnarcht laut und unregelmässig. Sind die oberen Atemwege ganz verschlossen, steht die Atmung für kurze Zeit still, es besteht der Zustand der Apnoe. Der Körper reagiert sofort, um die bedrohliche Situation zu beenden: er „weckt“ den Schlafenden, die Anspannung seiner Muskulatur erhöht sich wieder, er schnappt nach Luft. Dieser gestörte Atemmechanismus tritt im Laufe der Nacht immer wieder auf, sobald der Betroffene tief und entspannt schläft. Sein Schlaf ist durch diese ständigen kurzen Aufwachreaktionen so auseinandergerissen, dass er tagsüber unter extremer, unüberwindbarer Müdigkeit leidet. Für die Betroffenen unerklärlich, denn oft bemerken sie gar nicht, dass sie nachts immer wieder „aufwachen“.

Nächtliche Atemstillstände können auch ohne eine mechanische Verengung der Atemwege eintreten. In seltenen Fällen setzt für Sekunden der Atmungsantrieb des Gehirns aus, das Zwerchfell bewegt sich nicht mehr, der Schlafende atmet nicht. Erst nach Sekunden setzt die Atmung von selber wieder ein. Diese Form der Erkrankung wird als zentrale Schlafapnoe bezeichnet und tritt besonders häufig im Zusammenhang mit schwerwiegenden Herzerkrankungen und als Folge eines Schlaganfalls auf.

Die häufigste Erscheinungsform ist die gemischte Schlafapnoe. Bei ihr treten sowohl obstruktive als auch zentrale Atemstillstände auf.

Quelle: Karl-Hansen-Klinik Bad Lippspringe

So gerne wir es auch tun würden: oft können wir nicht so lange schlafen, wie wir wollen. Wir müssen zum Beispiel morgens besonders früh zur Arbeit oder kommen am Abend oft erst spät ins Bett. Viele Menschen schlafen unter der Woche kürzer, als es ihren persönlichen Bedürfnissen entspricht.

Besonders stark wird der Schlafrhythmus von Schichtarbeitern durcheinandergewürfelt. Der ständige Wechsel ihrer Arbeitszeiten – mal morgens, mal mittags, mal nachts – verkürzt ihren Schlaf, bringt ihre biologische Uhr durcheinander. Da ihr Körper zeitweilig sogar ganz gegen den natürlichen Rhythmus leben muss, leidet auf Dauer das seelische und körperliche Wohlbefinden. Die Gefahr: bei langjähriger Schichtarbeit kann die Schlafstörung chronisch werden. Einen grossen Einfluss hat dabei auch die Art des Schichtwechsels hinsichtlich der Dauer der einzelnen Schichten.

Auch psychische und körperliche Belastungen können unseren Schlaf vorübergehend aus dem Gleichgewicht bringen. Ebenso empfindlich reagieren wir auf äussere Störquellen wie Licht, Lärm oder ein schlechtes Bett. Viele Störfaktoren können jedoch durch die Beachtung einiger weniger Spielregeln nahezu ausgeschaltet werden.

Quelle: www.schlafmed.de

Für das Schlaflabor selbst steht in der Karl-Hansen-Klinik ein grosser Untersuchungstrakt zur Verfügung. Für andere Untersuchungen ausserhalb des Schlaflabors sind Sie auf einer gesonderten Station untergebracht – ausschliesslich in 2-Bett-Zimmern. In allen Zimmern ist die Möglichkeit für Telefon, Fernsehen und Radio gegeben. Wenn Sie es sehr bequem haben möchten, kann man Ihnen auch ein komfortabel eingerichtetes Einzelzimmer mit Balkon zur Verfügung stellen.

Zur Karl Hansen Klinik: Hier klicken!

Ältere Artikel »